Digital Formalism
2006 hat das Österreichische Filmmuseum mit zwei Partnern - dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität
Wien und der Technischen Universität Wien - ein ambitioniertes Forschungsprojekt bei der internationalen Jury des WWTF (Wiener
Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds) eingereicht. Als eines von zehn Projekten wurde Digital Formalism ausgewählt
und mit einer dreijährigen Laufzeit (2007-2010) gefördert.
Filmtheoretische Grundlagenforschung über die Theorien des Formalismus - vom Russischen Formalismus der 1920er Jahre über
die "Prager Schule" und den französischen Strukturalismus bis zum "Neo-Formalismus" der 1980er Jahre - treffen dabei auf filmarchivarische
Fragestellungen ("Was ist ein filmisches Artefakt?") und Problemstellungen (Identifizierung und Klassifizierung filmischer
Elemente).
In Zusammenarbeit mit WissenschafterInnen der TU Wien wurden in einem zweiten Schritt digitale Tools entwickelt, welche die
Untersuchung und die Klassifizierung einzelner Filme und größerer Film-Serien nach formalen und materialbezogenen Kriterien
erlauben. Ein Ziel dieses Forschungsprojekts ist neben der Grundlagenforschung auch die Entwicklung neuartiger Applikationen
für den Bereich der Digitalen Filmrestaurierung.
Das Projekt endete im Januar 2010 mit einer internationalen Vertov-Tagung in Wien sowie der Veröffentlichung einer Doppel-DVD mit Vertovs Filmen Ein Sechstel der Erde (1926) und Das Elfte Jahr (1928).





