Saraband, 2003, Ingmar Bergman (Foto: Bengt Wanselius/SVT)

Saraband (2003)

Regie, Drehbuch: Ingmar Bergman; Kamera: Raymond Wemmenlöv, Per-Olof Lantto, Sofi Stridh, Jesper Holmström, Stefan Eriksson; Musik: Anton Bruckner, J.S. Bach, Johannes Brahms; Darsteller: Liv Ullmann, Erland Josephson, Ingrid Thulin, Börje Ahlstedt, Julia Dufvenius. DCP, Farbe, 107 min
 
Saraband, eine Quasi-Fortsetzung zu Szenen einer Ehe, beginnt wie Bergmans großartige Autobiografie Laterna magica mit den Fotos der Vergangenheit als Auslöser von Erinnerungen: Marianne (Liv Ullmann) monologisiert in Großaufnahme über die 32 Jahre seit der Trennung von Johan (Erland Josephson). Beider zweite Ehen sind gescheitert, die gemeinsamen Töchter verschwunden (eine nach Australien, die andere in eine geschlossene Anstalt), es gab wenig Kontakt. Spontan besucht Marianne den abweisenden Johan in seinem Landhaus-Refugium: Das Wiedersehensglück wird schnell von den Geistern der Vergangenheit vergiftet, es kommt zur Auseinandersetzungen mit der Kindergeneration ... Bergmans letzte Regiearbeit, zugleich technologisches Pionier-Experiment mit brandneuen HD-Digitalkameras und persönliche Rückschau: ein musikalisch strukturiertes Kammerspiel, in dem sich ein Leitthema – die heilende wie zerstörende Kraft der Liebe – kristallin bündelt, in bestürzender Nähe (auch zum Zuschauer). (C.H.)

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