Jean-Pierre Léaud – Citoyen du Cinéma

Von 3. April bis 8. Mai 2009 zeigte das Filmmuseum im Palais Clam-Gallas / Institut Français de Vienne die ­Ausstellung Jean-Pierre Léaud – Citoyen du Cinéma.
 

Der Schauspieler Jean-Pierre Léaud (*1944) zählt zu den wesentlichen Protagonisten des französischen Kinos. Seine umfangreiche Filmografie ist geprägt von der Zusammenarbeit mit den bedeutendsten Regisseuren Frankreichs, über mehrere Generationen hinweg. Léauds Rolle als jugendlicher Antoine Doinel in Les Quatre cents Coups (1959) begründete eine langjährige Partnerschaft mit François Truffaut und markiert zugleich den Ausgangspunkt der Nouvelle Vague. Zahlreiche Filmautoren wie Cocteau, Godard oder Rivette schreiben Léaud in ihre Arbeiten ein und lassen ihn zur cinephilen Leitfigur der 68er Generation werden. Auch die nachfolgenden Regie-Generationen – Philippe Garrel, Jean Eustache, Catherine Breillat, Olivier Assayas, Bertrand Bonello u.v.a. – knüpfen ganz bewusst an Jean-Pierre Léauds unverwechselbaren Status als cinéfils, d.h. als Kind des Kinos an. Seit Mitte der 60er Jahre ist er auch für internationale Filmemacher ein bevorzugtes "Objekt der Begierde" – von Jerzy Skolimowski und Glauber Rocha über Pasolini und Bertolucci bis zu Raul Ruiz, Aki Kaurismäki und Tsai Ming-liang.
 
Die Ausstellung wurde organisiert von Roland Fischer-Briand (Fotosammlung des Österreichischen Filmmuseums).
 
Archivalien aus der Foto- und Plakatsammlung des Filmmuseums werden regelmäßig an andere Museen und Ausstellungshäuser verliehen oder in Form von "Sammlungsexkursen" on location gezeigt.