Homicide

Homicide (1991)

Regie, Drehbuch: David Mamet; Kamera: Roger Deakins; Musik: Alaric Jans; Darsteller: Joe Mantegna, William H. Macy, Vincent Guastaferro, J.J. Johnston, Jack Wallace, Ving Rhames, Ricky Jay. 35mm, Farbe, 101 min

 
Bobby Gold (Joe Mantegna) vom Morddezernat kommt bei brandheißen Ermittlungen zufällig an die Szene eines Verbrechens: Im schwarzen Ghetto ist eine jüdische Geschäftsbesitzerin getötet worden. Bobby wird „sein“ großer Fall weggenommen, stattdessen soll er die Familie der Ermordeten beschützen, weil eine antisemitische Verschwörung vermutet wird – und Bobby jüdische Wurzeln hat. Durch die Ermittlungen setzt er sich erstmals mit diesem Erbe auseinander, worauf sein Selbst- und Weltbild heftig erschüttert werden. Autor und Theaterkoryphäe David Mamet kombiniert als Kinoregisseur seine unverwechselbaren, hinreißend manieriert-­verdichteten Dialoge mit einem funktional-effektiven Stil: Die Hochspannung entsteht aus dem Gefühl der Figuren, in eine ­überwäl­tigende Manipulationsmaschine geraten zu sein, die es zu durchschauen gilt. Homicide funktioniert so blendend als Thriller – bis die erschütternde Schlusswendung klar macht, dass er eigentlich eine Charakterstudie war. (C.H.)

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