Malaria (Foto: Filmarchiv Austria)

Malaria (1982)

Regie, Drehbuch, Produzent: Niki List; Kamera: Peter Schreiner; Musik: Minisex, Karl Gott, Rosachrom, Viele Bunte Autos; Darsteller: Christian Schmidt, Andreas Vitásek, Sabine Platzer, Geli Brechelmacher, Niki List. 16mm, Farbe, 82 min
 
Zum Auftakt:
Du verstehst mi ned (1984) von Rudi Dolezal. Musik: Wolfgang Ambros. Video, Farbe, 6 min
 
Ein Wiener Hauseingang: Komposition in Schwarz und Grau. Tusnelda tritt ins Bild, rote Haare, 70er-Jahre-Brille, Mantel im Leo-Look. Die zu einem Wort geformte Neonröhre über ihr springt an, durchdringt alles mit einem leichten roten Schimmer, stellt etwas Wärmeres, auch Grelleres, fast schon Penetrantes ins Zentrum dieser Steinwüste: Café Malaria, das Wiener Beisl, befallen vom Pop-Virus – alles cool, alles grell, alles hip und modern. Niki List erzählt von der Klischeehaftigkeit dieser Welt, von Frisuren und Klamotten, die etwas bedeuten und auf etwas verweisen, in Großaufnahmen, die wirken wie Warhols Prints. Musikalisch begleitet von Popbands wie Minisex, Viele Bunte Autos oder Rosachrom entsteht nicht nur das surreale Bild einer Jugend Anfang der 1980er Jahre, sondern die Utopie, alles sein zu können. Davor singt Wolfgang Ambros in der Wiener Eden Bar vom Pärchenstreit, der allmorgendlich unter dem Pop-Art-Gemälde ausbricht. (A. B.)

Spieltermine: