ll male oscuro (Kein Mann für die Liebe), 1990, Mario Monicelli

ll male oscuro (Kein Mann für die Liebe) (1990)

Regie: Mario Monicelli; Drehbuch: Tonino Guerra, Suso Cecchi D'Amico, Monicelli nach dem Roman von Giuseppe Berto; Kamera: Carlo Tafani; Musik: Nicola Piovani; Darsteller: Giancarlo Giannini, Emmanuelle Seigner, Stefania Sandrelli, Vittorio Caprioli, Pietro Tordi. 35mm, Farbe, 113 min
 
Giuseppe Marchi hatte es nicht leicht im Leben, wie ihm auch sein Psychiater gerne bestätigt: schwieriges Verhältnis zum Vater, Beziehungsprobleme, ein Hang zur Hypochondrie und dann all diese Selbstzweifel am eigenen Können, die so ein Dasein als bloß bedingt erfolgsverwöhnter Autor mit sich bringt. Wollte man sein Leiden in Worte fassen, dann vielleicht diese: Marchi versteht die Liebe nicht, und er versteht es deshalb auch nicht, zu lieben. Ein Spätwerk Mario Monicellis, leger als Schlüsselfilm lesbar (besonders dann, wenn es um Marchis Beziehung zu einer substantiell jüngeren Frau geht), innerlich wie inszenatorisch ganz weit weg von den 1990er Jahren – ein Versuch über Lebenslügen, die falschen Bilder, die man sich von den anderen wie sich selbst macht, und die wenigen Chancen, die einem gegeben werden, doch noch die Kurve zum Glück zu kriegen. (O.M.)
 
Courtesy of Cineteca Nazionale