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Robert Nelson

Robert Nelson, 1977 © Friedl Kubelka

11. und 12. Mai 2006

 

Die Filme von Robert Nelson, ihr funkelnd anarchischer Humor und ihre verblüffende Erfindungskraft, sind im wahrsten Sinn des Wortes legendär: Bis auf wenige Ausnahmen wie Oh Dem Watermelons oder The Great Blondino, Klassiker der US-Avantgarde, waren die Filme jahrzehntelang nicht zugänglich, der Künstler selbst galt als verschollen.

 

In den 60er und 70er Jahren als eine zentrale Figur des New American Cinema und der Kunstszene von San Francisco gefeiert, schien der "Trickster" Nelson ins Reich der Mythen abgetaucht zu sein.
 
Dank der Initiative einiger Filmrestauratoren kehrt Nelsons Werk nun in neuem Glanz zurück, begleitet vom mittlerweile 76jährigen Künstler, der bis vor kurzem – und eher im Verborgenen – Filme hergestellt bzw. ältere Werke neu bearbeitet hat. In Wien wird Nelson vier Programme mit Arbeiten aus den Jahren 1963 bis 1997 persönlich präsentieren und kommentieren.

 
Der Bogen seiner Auswahl reicht vom bizarr-erotischen Found-Footage-Film Confessions of a Black Mother-Succuba über Popkultur-gesättigte und zutiefst "kalifornische" Werke wie Grateful Dead, Hot Leatherette oder Plastic Haircut (eine Dada-inspirierte Performance mit der Musik von Steve Reich) bis hin zu nachdenklicheren, sehr persönlichen Filmen wie Suite California und Deep Westurn und spielerischen Medienreflexionen (Bleu Shut, Hamlet Act). Nelson (wieder) zu entdecken, das heißt auch: das Reich des Unvorhersehbaren zu betreten – eine schöne neue Welt der Respektlosigkeit.
 
Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit Mark Toscano und Mark Webber und in Kooperation mit den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen organisiert.

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