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Nathaniel Dorsky

Nathaniel Dorsky

27. und 28. September 2006

 

Nathaniel Dorsky, 1943 geboren, lebt und arbeitet in San Francisco. In den USA gilt er als einer der großen Avantgardefilmkünstler, hierzulande ist sein Werk aber noch kaum bekannt.
 
1964 stellte Dorsky seine ersten Filme im Stil des Psychodramas vor, die ihm die Türen für seinen pay job als Kameramann und Cutter kommerzieller Filme öffneten. Doch das narrative Element gab er bald auf – zugunsten eines intensiven Blicks auf die alltäglichen Ereignisse und Erscheinungen von Stadt und Natur, die er zu starken visuellen Erfahrungen transformiert. An seinen Vorbildern Ford, Ozu und Rossellini schätzt er ganz besonders den Einsatz des Lichts.
 
Um dieses in seinen vielfältigen Variationen auf der Leinwand zur Wirkung zu bringen, verwendet Dorsky nach wie vor eine 16mm-Bolex-Kamera, Stille und eine reduzierte Vorführgeschwindigkeit von 18 Kadern pro Sekunde, die ein leichtes Flackern zur Folge hat. Mit seinen bestechenden Bildkompositionen, die manchmal an fotografische Stillleben erinnern, reiht er sich in die Tradition eines Peter Hutton oder Larry Gottheim ein.
 
In seinem Essay Devotional Cinema (2003) beschreibt Nathaniel Dorsky Aspekte des Kinos und der eigenen Filmkunst: Die Materialität des Kinos gilt ihm als perfekte Metapher für die „Materialität einer Vision“ – „We rest in the darkness and experience vision“.
 
Diese Unmittelbarkeit der visuellen Erfahrung gilt es für ihn zu erreichen – auch als eine Öffnung zur Welterfahrung, die nicht auf verbale Codes und Analysen reduziert werden kann. Dorskys Kino erzeugt einen nahezu meditativen Raum, in dem neben der Schönheit immer auch Einsamkeit und Vergänglichkeit mitschwingen. (Brigitta Burger-Utzer)
 
Eine gemeinsame Veranstaltung mit sixpackfilm

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