Filmdokumente zur Zeitgeschichte:

Bilder vom Großen Krieg

[Isonzói-csata]  (1917)

23. November 2008
 
Die Reihe Filmdokumente zur Zeitgeschichte fokussiert im Jahr 2008 einmal monatlich auf rare Archivmaterialien zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit Gästen aus verschiedensten Disziplinen werden filmische Überlieferungen von zentralen Ereignissen und Entwicklungen in ihrem produktionsgeschichtlichen, historischen und filmästhetischen Kontext analysiert. Im Zentrum des Programms steht das Spannungsverhältnis von Film und Geschichte – Film als Zeugnis historischer vergangener Begebenheiten und zugleich als ästhetische Stellungnahme zur Welt.
 
Der Erste Weltkrieg, der vor 90 Jahren zu Ende ging, war der erste von visuellen Massenmedien begleitete Krieg. Die wenigen überlieferten österreichischen Filmdokumente ermöglichen es, die Genese filmischer Kriegspropaganda zu verfolgen. Diese zumeist nur mehr fragmentarisch erhaltenen Zeugnisse sind gleichermaßen Dokument der gescheiterten Bemühungen, das Frontgeschehen festzuhalten, wie inszeniertes „Schauspiel“ und Anrufung patriotischer Gefühle. Sie stellen früh den Wahrheitsanspruch des Dokumentarfilms in ­Frage – ihre Schauplätze sind oft arbiträr, ihre Handlungen bisweilen nachgestellt, visuelles Spektakel und vermeintliche Faktentreue stehen in einem häufig prekären Verhältnis zueinander. Dennoch zeugen sie mehr als andere mediale Darstellungen von der Ambivalenz, die der Kombination von Krieg und Modernität 1914-1918 eigen ist.

 
An diesem Nachmittag sollen die zwischen 1912 und 1918 im staatlichen Auftrag hergestellten Filmdokumente vor dem Hintergrund militärischer Doktrin sowie der populären Imagination der k&k Armee erörtert werden. Gezeigt/kommentiert werden „Werbefilme“ des Flottenvereins, Ausschnitte aus Kriegswochenschauen sowie ein Fragment des verschollenen „Sascha“-Kriegspropagandafilms Die zehnte Isonzoschlacht. (Michael Loebenstein, Siegfried Mattl)
 
Ermäßigte Tickets (2,50 €) für Studierende mit Mitgliedschaft