Premiere:

Filme von Lav Diaz, Christian Petzold und Wade Williams

17., 21. und 24. März 2003
 
Die drei Premieren des Monats sind höchst unterschiedliche Beispiele für zeitgenössische „B-Produktion“. Zunächst ein obsessives Edgar-Ulmer-Remake: Detour (1991), von Wade Williams. Gedreht an Originalschauplätzen im Mittelwesten, benützt er das Original-Auto des früheren Films und (in der Hauptrolle) den Sohn des Original-Hauptdarstellers Tom Neal, um 45 Jahre später noch einmal den puren Nihilismus-on-the-road zu erproben.
 
Batang Westside (2002) von Lav Diaz ist ein aberwitziges Stück Independent-Kino, bar jeder ökonomischen Vernunft in die Welt gesetzt: Mit einem Nullbudget und grandiosem visuellen Gespür beschreibt dieser fünfstündige philippinisch-amerikanische Kriminalfilm auf rätselhaft verschlungenen Wegen die Welt der Exil-Filipinos in New York und New Jersey.
 
Zuletzt freuen wir uns, mit Wolfsburg (2003) das neueste Werk des deutschen Regisseurs Christian Petzold unmittelbar nach der Berlinale-Aufführung in Wien zeigen zu können – einen Film über Schuld, Raserei und Vergeblichkeit, Noir für die Gegenwart. Christian Petzold, dem das Filmmuseum im Vorjahr eine Gesamtretrospektive widmete, wird bei dieser Vorstellung anwesend sein. Auch Wolfsburg ist: ein Film voller detours.
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