Digitale Filmrestaurierung: Filme und Gespräche

[Familiengruppenbild], Familie Staniek, ca. 1935

19. September 2011

 

Die Restaurierung von Filmen und die Fragen, die sich damit seit jeher verbinden, sind mit Beginn der „Digitalen Revolution“ stärker ins öffentliche Bewusstsein gedrungen. Die in den Medien herum­schwirrenden Begriffe, Ansprüche und Vorstellungen rund um die Digitale Filmrestaurierung haben dieses Arbeitsfeld für das ­Publikum aber nicht unbedingt transparenter ­gemacht. Die marktgängigen Formeln („Digitally Remastered“) und die komplexe Realität der Filmrestaurierung scheinen weiter auseinander zu klaffen als je ­zuvor. Und gerne wird ausgeblendet, dass das Ziel dieser Tätigkeit keine Wahrheit sein kann, sondern höchstens eine Annäherung: ein Vorschlag.
 
Das Filmmuseum führt seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Filmgalerie in Krems und mit La Camera Ottica in Gorizia Restaurierungsprojekte durch, bei denen digitale Mittel zum Einsatz kommen. Dies ist auch ein Forschungsprozess, in dessen Verlauf technologische, ästhetische und restaurierungsethische Fragen stetig neu verhandelt werden. Im Vorfeld eines ­großen Symposiums in Krems, das diesem Thema gewidmet ist, präsentiert das Filmmuseum nun zahlreiche Beispiele aus seiner Arbeit. Im Laufe des Abends werden Mitarbeiter/innen des Hauses die unterschiedlichen Facetten dieser Tätigkeit thematisieren und versuchen, ihre Grundfragen zu vermitteln.
 
Unter den vorgestellten Filmen befinden sich Vertreter des frühen Kinos (z. B. Max Linder in Chaussure trop étroite und die Artistik der Equilibristes Godayou), mehrere Beispiele für die Restaurierung von Farben (wie der italienische Nachkriegsfilm Desulo in FerraniaColor oder Probeaufnahmen von Elizabeth Taylor), „ephemere“ Filmformen wie Trailer und Amateurfilme aus der Zwischenkriegszeit, aber auch erste Langfilmprojekte, die das Filmmuseum derzeit bearbeitet – sie werden ausschnitthaft und als „works in progress“ gezeigt (James Bennings American Dreams und, in Kooperation mit der Deutschen Kinemathek in Berlin, Fedor Oceps Der lebende Leichnam, nach einem Drama von Lev Tolstoj).
 
Die Digitale Filmrestaurierung am Campus Krems, gefördert vom Land Niederösterreich und dem BMUKK, ist ein Projekt der Österreichischen Filmgalerie in Kooperation mit dem Filmmuseum und dem Filmarchiv Austria. Von 21. bis 23.9. veranstaltet die Filmgalerie in Krems das internationale Symposium „Digital Film Restoration within Archives“. Nähere Informationen unter www.kinoimkesselhaus.at/filmgalerie/symposium 
Zusätzliche Materialien