The Climate of New York
Anthology Film Archives zu Gast in Wien

Fuses, 1967, Carolee Schneemann
11. bis 17. April 2013
 
Die Anthology Film Archives, 1969 von Jonas Mekas, Jerome Hill, P. Adams Sitney, Peter Kubelka und Stan Brakhage begründet, haben mehr als jede andere ­Institution in den USA die Wahrnehmung des Films als autonome, nicht-industrielle Kunstform geprägt. In den letzten Jahren wurde der besondere „Anthology Spirit“ durch eine junge Generation von Kuratoren neu aktiviert: Die aktuelle Programm- und Restaurierungsarbeit des Hauses ist enorm entdeckungsfreudig, erfüllt von Witz und Leidenschaft, gesellschaftlich wach und auf undogmatische Weise geschichtsbewusst.
 
Die Kollegen, die das Filmmuseum zu dieser Hommage in Wien begrüßen kann, werden acht Programme vorstellen – die Spitzen eines wahren Filmgebirges, das an der Anthology-Heimstätte in ­Lower Manhattan tagtäglich zu bewundern ist: Neurestaurierungen und Wiederentdeckungen, Musikfilme, Komödien, aufwendige Doppelprojektionen – und jene dunklen Geheimnisse, die sich hinter dem Titel The Best (?) of Unessential Cinema verbergen.
 
Das „New Yorker Klima“, zu dem Anthology so viel beigetragen hat, wird schon im frühesten Film der Reihe zitiert: Rudy Burckhardts The Climate of New York zählt so wie Lionel Rogosins On the Bowery und Ed Blands The Cry of Jazz zu jenen jüngst restaurierten Independent-Ikonen, die für die Geburt eines New American ­Cinema aus dem Geist von Beat und Underground-Dokumentarismus stehen. Für die folgenden Generationen im unabhängigen US-Kino hat Anthology ebenso unschätzbare Wiederbelebungsarbeit geleistet – vom Avantgardefilm (z.B. Harry Smith, Carolee Schneemann, Paul Sharits, die Kuchar Brothers) über die subversiven ­Komödien von Robert Downey Sr. (dem Vater des Hollywoodstars) bis hin zum Œuvre großer Grenzgänger wie Danny Lyon oder Tony Buba, die außerhalb der USA noch zu entdecken sind.
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