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Mission Statement

Ihre Filme sind uns wichtig! Das Österreichische Filmmuseum ruft die Wiener Bevölkerung auf, uns ihre Filme zu überlassen. Alle Arten von Filmen auf diversen Formaten wie Super 8, Normal 8, 9,5mm, 16mm und 35mm sind herzlich willkommen.

 
Das Sammeln von Filmen ist eine der Hauptaufgaben von Filminstitutionen. Die Sammlungsstrategien der Cinematheken unterscheiden sich jedoch in vielfältiger Art und Weise.

 
In Österreich wurden in den letzten Jahren auf regionaler Ebene verschiedene Sammlungsaktionen durchgeführt. An die Bevölkerung erging der Aufruf, Amateur- und Familienfilme zu stiften. Ziel war die Aufstockung der Bestände der Institutionen sowie ein besseres Verständnis für diese Art von Aufnahmen. Die Aufrufe wurden mit einem verlockenden Versprechen versehen: die analogen Aufnahmen würden auf digitalem Träger retourniert werden. Diese Strategie ist äußerst erfolgreich, ist aber eine "digitale Blendung". Der Tausch impliziert eine Gleichwertigkeit der digitalen Kopie mit dem analogen Original. Das Österreichische Filmmuseum möchte dem entgegenwirken. Wir sind keine Kopierstelle und kein Digitalisierungslabor. Es gibt sehr gute Unternehmen zur Filmdigitalisierung auf dem Markt. Wir möchten mit dieser Profession nicht konkurrieren, das ist nicht unsere Aufgabe.

 
Unsere Aufgabe ist es, Filme zu retten, um sie wissenschaftlichen Recherchen zugänglich zu machen. Viele Menschen trennen sich von ihren Filmen, da sie keine Möglichkeit mehr haben, sie anzusehen, oder Nachkommen wenig Interesse an den Erinnerungen ihrer Vorfahren haben. Oftmals wurden die Filme auch bereits digitalisiert, und so haben die Originalaufnahmen ihren familiären Nutzen verloren. Die gefilmten Erinnerungen der Österreicherinnen und Österreicher landen immer öfter auf Mülldeponien oder in Verbrennungsanlagen. Gegen diesen traurigen Sachverhalt richtet sich unsere Sammlungsaktion.

 
Wenn solche Filme noch gebraucht oder zu Hause genutzt werden, so behalten Sie diese bitte. Wir wollen Ihre gefilmte Erinnerung nicht um jeden Preis an unsere Institution binden. Doch bevor sie in einem Keller verschimmeln oder sonst wie in Vergessenheit geraten, bringen Sie Ihre Filme bitte zu uns. Wir möchten der üblichen Abfolge "Produkt – Konsum – Abfall – Deponie" etwas entgegen halten: Wir offerieren das Museum als Ausweg.

 
Was passiert mit den Filmen, die Sie uns übergeben? Sie werden mit Ihrem Namen gekennzeichnet, also weder anonymisiert noch aus ihrem Zusammenhang gerissen. Herkunft und Einheit bleiben gewahrt. Wir werden uns bemühen, nach der ersten Erfassung ausführliche Gespräche mit Ihnen über die Entstehung und Handhabung der Filme zu führen. Dies ist für ein umfassendes Verständnis der Aufnahmen wichtig. Jeder Film wird bearbeitet, katalogisiert und in den Sammlungen des Österreichischen Filmmuseums archiviert. Die Dokumente werden Studenten/innen und Filmwissenschaftlern/innen und, wenn die Stifter/innen es genehmigen, auch für künstlerische Projekte oder andere kulturelle Veröffentlichungen zur Verfügung gestellt.

Paolo Caneppele – Leiter der Sammlungen des Österreichischen Filmmuseums

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