Österreich in Bild und Ton

Österreich in Bild und Ton:
Die Jahre 1935 bis 1937

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Zwischen Juni 1933 und März 1938 erschien in Österreich die erste staatlich produzierte Wochenschauserie – Österreich in Bild und Ton. Vor den Fernsehnachrichten waren es die Filmwochenschauen, die dem Publikum von aktuellen Weltereignissen in "lebenden Bildern" berichteten. Auch wenn viele Beiträge politischen Inhalt haben, ist die Bandbreite der Berichterstattung beeindruckend und Unterhaltung kommt nicht zu kurz. Der Inhalt war nicht exklusiv auf Österreich bezogen, einige Beiträge wurden von internationalen Kooperationspartnern im Austausch erworben und in die wöchentlich erscheinenden Ausgaben integriert.

Die Kinobetreiber erhielten – zwangsverpflichtet – jeden Freitag zwei neue Ausgaben (eine A- und B-Kopie), die abwechselnd in den Kinos gespielt wurden. Nur insgesamt 26 Kopien kamen pro Woche auf den Markt, der aus ca. 700 Kinos im ganzen Land bestand. Bis auch kleine Provinzkinos eine Wochenschau-Ausgabe erhielten, konnte schon einmal ein halbes Jahr vergehen. Diese unbefriedigende Situation führte zu Unmut und dazu, dass man in den Kinos eigenmächtig begann, mittlerweile nicht mehr aktuelle Beiträge kurzerhand aus der Wochenschau zu entfernen. Die Überlieferungslage ist also schwierig, da vieles nur mehr als Einzelbeitrag vorhanden ist.

Nach dem "Anschluss" Österreichs an das deutsche Reich wurde Österreich in Bild und Ton abgesetzt und unter dem Titel Ostmark-Wochenschau neu herausgegeben. Alte Ausgaben, die länger im Umlauf waren, tragen immer noch diesen Titel. Alle Negative und Kopien wurden ins Reichsfilmarchiv verbracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Trennung Deutschlands landete ein Teil im westdeutschen Bundesarchiv, der andere Teil im Staatlichen Filmarchiv der DDR. Im Jahr 1968 gab die Bundesrepublik ihren Teil an Österreich ab und auch das restliche Material fand nach der deutschen Wiedervereinigung seinen Weg zurück nach Wien. Während das Filmarchiv Austria die Jahrgänge 1933, 1934 und 1938 aufbewahrt, hat das Österreichische Filmmuseum die Materialien aus den Jahren von 1935 bis 1937 in seiner Sammlung. Insgesamt sind nur 70% der 498 erschienenen Ausgaben heute noch erhalten.

Im Filmmuseum wurden Anfang der 1970er Jahre die auf Nitrozellulose erhaltenen Kopien auf Sicherheitsfilm umkopiert. Ende der 1980er Jahre erfolgte dann eine Übertragung des Gesamtbestands auf Umatic High-Band aus Anlass der Produktion von Hugo Portischs populärer historischer Fernsehdokumentation Österreich I. Diese Umatic-Überspielungen dienten als Grundlage für die Online-Präsentation. Für das Format und Alter typische Bildstörungen treten daher gelegentlich auf.