Archiv Heiligenstadt

Kopienkontrolle

Um einen sachgemäßen Austausch und Leihverkehr von Filmkopien zwischen den verschiedenen Filmmuseen zu gewährleisten, werden Filmkopien vor und nach der Vorführung im Österreichischen Filmmuseum einer umfassenden Kontrolle und Befundung unterzogen.
 
In einem detaillierten Befundbericht wird zunächst der aktuelle Status der Filmkopie dokumentiert. Dabei werden der physische Zustand des Films und vorhandene Schäden schriftlich festgehalten. In der Vorbereitung der Filmrollen wird versucht, die optimalen Voraussetzungen für eine reibungslose Projektion herzustellen. Gegebenenfalls gilt es, Klebestellen zu erneuern, die Perforation auszubessern oder Verschmutzungen zu entfernen, um eine weitere Abnutzung in der Projektion zu minimieren.
 
Es wird großer Wert darauf gelegt, die korrekte Bildgeschwindigkeit sowie Bild- und Tonformate in originaler Qualität einzuhalten, um dem Publikum das Filmerlebnis in der ursprünglich intendierten Form zu ermöglichen.
 
Das grundlegende Ziel bei all diesen Arbeitsschritten ist die Herstellung einer (prekären) Balance. Ein Film "lebt" erst dann, wenn er projiziert wird, zugleich aber bedeutet jede Projektion eine gewisse, zumindest minimale Abnützung der betreffenden Filmkopie. Diesem grundsätzlichen Widerspruch selbstbewußt zu begegnen, ist die Aufgabe eines Filmmuseums – die Langlebigkeit der Filmkopien zu gewährleisten und zugleich ihre bestmögliche Präsentation sicher zu stellen.