Peter Kubelka, 1994

Peter Kubelka

Peter Kubelka, geboren 1934 in Wien, studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien und am Centro Sperimentale di Cinematografia in Rom. Seine metrischen Filme Adebar (1957), Schwechater (1958) und Arnulf Rainer (1960) stehen am Beginn der internationalen Entwicklung zum strukturellen Film. Weitere Filme: Mosaik im Vertrauen (1955), Unsere Afrikareise (1966), Pause! (1977), Dichtung und Wahrheit (1996/2003) und zuletzt Antiphon (2012). Kubelka zählt zu den weltweit bedeutendsten Künstlern des unabhängigen Films.
 
Peter Kubelka organisierte bereits in den späten 1950er Jahren Filmveranstaltungen für die Internationale Kunstgespräche der Galerie (nächst) St. Stephan in Wien und während der Hochschulwochen in Alpbach. 1964 gründete er mit Peter Konlechner das Österreichische Filmmuseum. Kubelka und Konlechner leiteten das Filmmuseum bis 2001.
 
1967 und 1968 war er in der Film Library der UNO in New York tätig und Vorstandsmitglied der New York Film Maker's Coop. Zahlreiche Vorführungen seiner Filme und Lectures an mehr als 50 amerikanischen Hochschulen folgten.
 
1970 war Peter Kubelka Mitbegründer der Anthology Film Archives in New York, wo er erstmals sein Konzept des Invisible Cinema verwirklichen konnte und als Mitglied der Auswahljury für den Filmzyklus "Essential Cinema" fungierte.

1978 baute er die Filmabteilung an der Staatlichen Kunsthochschule (Städelschule) in Frankfurt am Main auf, ab 1980 wurde dort der Lehrstuhl für Film in "Film und Kochen als Kunstgattung" umgenannt. Von 1985 bis 1988 war Peter Kubelka Rektor der Städelschule.
 
1980 gründete er das Ensemble Spatium Musicum, mit dem er unter anderem Konzerte in Chicago und New York gab.
 
1989 verwirklichte er in Wien das Unsichtbare Kino im Österreichischen Filmmuseum und konzipierte das Zyklische Programm Was ist Film, das seit 1996 jeden Dienstag im Filmmuseum zu sehen ist. Kubelkas film- und kulturhistorische Lectures im Filmmuseum und an mehr als hundert internationalen Museen und Universitäten sind ein eigenständiger Bestandteil seines Schaffens.
 
1980 erhielt Peter Kubelka für sein Gesamtwerk den Großen Österreichischen Staatspreis, 2005 das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst. 2006 ernannte ihn die FIAF (Féderation International des Archives du Film) zu ihrem Ehrenmitglied, 2015 wurde ihm das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien verliehen. 
 

Am 23. März 2014 feierte Peter Kubelka seinen achtzigsten Geburtstag. Das Filmmuseum zeigte  als eines der Projekte zum Jubiläum seines 50-jährigen Bestehens  in einer Schau mehrmals seine Filme, stellte kaum bekannte Dokumente über verschiedene Momente seines Schaffens vor, gab ein umfassendes Bild von der Arbeit seiner ehemaligen Student/inn/en an der Frankfurter Städelschule und präsentierte – zum ersten Mal im "Unsichtbaren Kino" – seine mehrteilige "Projection Per­formance" Monument Film aus dem Jahr 2012. Auch Martina Kudláčeks Dokumentarfilm Fragments of Kubelka (2012) brachte das Filmmuseum zu diesem Anlass auf DVD heraus.