Filmdokumente zur Zeitgeschichte:

Stoffwechsel: Re-Editing History

Ein Drittes Reich, 1975, Alfred Kaiser
14. Dezember 2008
 
Die Reihe Filmdokumente zur Zeitgeschichte fokussiert im Jahr 2008 einmal monatlich auf rare Archivmaterialien zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit Gästen aus verschiedensten Disziplinen werden filmische Überlieferungen von zentralen Ereignissen und Entwicklungen in ihrem produktionsgeschichtlichen, historischen und filmästhetischen Kontext analysiert. Im Zentrum des Programms steht das Spannungsverhältnis von Film und Geschichte – Film als Zeugnis historischer vergangener Begebenheiten und zugleich als ästhetische Stellungnahme zur Welt.
 
Dokumentarfilme und TV-Dokumentationen bilden einen stark wachsenden Teil der öffentlichen Geschichtskultur. Den Abschluss der Jahresreihe Filmdokumente zur Zeitgeschichte macht deshalb ein Abend, der sich mit den filmischen Neu- und Umformungen historischen Materials beschäftigt: re-editing – also „umschneiden“ – ist als künstlerische Strategie ein ureigener Bestandteil des Mediums Film. Vom Found Footage-Avantgardefilm über die Strategien der Filmpropaganda bis hin zum Geschichtsfernsehen wird Filmmaterial nicht bloß zitiert, sondern bewusst verfremdet, neu kontextualisiert, (künstlerisch) interpretiert.
 
Die Veranstaltung präsentiert im Rückgriff auf Themen der vorangehenden Abende Beispiele aus dem Bereich des künstlerischen Films wie auch der Mainstream-Produktion und diskutiert sie mit geladenen Gästen aus der Film- und TV-Branche sowie der Geschichts- und Filmwissenschaft: Was ist „Quellentreue“, was „künstlerische Freiheit“? Und wie sieht im Jahr 2008 eine „Ethik des Archivfilms“ aus? (Michael Loebenstein, Siegfried Mattl)
 
Ermäßigte Tickets (2,50 €) für Studierende mit Mitgliedschaft