Detour, 1945, Edgar G. Ulmer

Standard Gauge (1984)

Ein Film von Morgan Fisher. Farbe, 35 min

Detour (1945)

Regie: Edgar G. Ulmer; Drehbuch: Martin Goldsmith, Martin Mooney; Kamera: Benjamin H. Kline; Musik: Leo Erdody; Darsteller: Tom Neal, Ann Savage, Claudia Drake, Edmund McDonald, Don Brodie. s/w, 68 min

Detour ist eines der verstörendsten Meisterwerke in der Geschichte Hollywoods - ein Z-Movie, das als Schauplätze karge Motelzimmer, Imbissbuden und vor allem die halluzinatorisch irreale Rückprojektion endloser Straßen zu bieten hat (sowie einen Katatoniker als „Star“). Eine Umleitung ins Verderben, ein vom flehenden und höchstwahrscheinlich erlogenen Voice-over seines armseligen Helden vorwärtsgetragener Film noir: Auf dem Weg nach Hollywood, zu seiner Geliebten, gerät der Nobody in ein Labyrinth fataler „Unglücksfälle“, das in Edgar G. Ulmers minimalistischer Gestaltung zu einem illusionslosen Schattenbild der kapitalistischen Gesellschaft wird. An einer Tankstelle erwartet ihn die kongeniale Partnerin für die mitleidslose Todesfahrt: Ann Savage, schrecklich-schön anzusehen, mit ihren hartgepressten Zischlauten Geifer spuckend, die unheimlichste Präsenz des US-Kinos. (C.H.)
 

Zum Auftakt präsentiert der Filmhistoriker Noah Isenberg im Gespräch mit Stefan Grissemann sein neues Buch über Edgard G. Ulmer und Detour.

Spieltermine:

Do 16.10.2008 19:00
(Eng. OmfU)