Himmel und Erde (1979-82)

Ein Film von Michael Pilz; Kamera: Pilz, unter Mitarbeit von Helmut Pirnat, Wolfgang Simon, Moritz Gieselmann; mit Bewohnern und Bewohnerinnen des Bergdorfes Sankt Anna und Umgebung. Farbe und s/w, 295 min [Teil 1 - Die Ordnung der Dinge: 141 min, Teil 2  - Der Lauf der Dinge: 154 min]

Das Durchbruchs- und Manifestwerk für Michael Pilz wie für den Neuen Österreichischen Film, somit das Vielgestaltigste, Schönste, was das Kino der Gestalteten Wirklichkeit je hervorbrachte. Teil 1 beschreibt minutiös-konkret das Leben in dem steirischen Weiler St. Anna im Obdacher Land: Was es bedeutet, in großer Höhe eine landwirtschaftliche Arbeit zu machen. Der Boden ist kaum dafür geeignet, zuviel Wind, Regen zur falschen Zeit, Felder auf Hängen, die zum Teil so steil sind, dass man sie mit konventionellem Gerät gar nicht beackern kann. Was das für ökonomische Abhängigkeiten mit sich bringt und wie das schließlich alles Miteinander definiert - das Solidaritätsempfinden wie die Konkurrenz. In Teil 2 entwickelt der Film aus diesen Konkretheiten eine spirituelle Dimension: ­Rituale von Leben und Tod werden nun wesenhafter als Erwerbszyklen gezeigt, das dreimalige Schlachten der Tiere den Film über und das wiederkehrende Schaukeln des Buben an seinem Reifen in Zeit­lupe erfahrbar als Ausdrücke eines weiteren Seins. (O.M.)

15 min Pause zwischen Teil 1 und Teil 2. In Anwesenheit von Michael Pilz

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