La battaglia di Algeri (Die Schlacht von Algier) (1966)
Regie: Gillo Pontecorvo; Drehbuch: Pontecorvo, Franco Solinas; Kamera: Marcello Gatti; Musik: Ennio Morricone, Pontecorvo;
Darsteller: Brahim Haggiag, Jean Martin, Yacef Saadi, Mohammed Ben Kassen, Ugo Paletti. s/w, 123 min
Einer der packendsten Filme zur Revolution: Die algerische Untergrund-Guerilla und das Militär der französischen Kolonialherren
kämpfen um die Kasbah. Von Gillo Pontecorvo virtuos und im Stil dokumentarischer Wochenschauberichte inszeniert: Das körnige,
kontrastreiche Schwarzweiß, der Taumel der Handkamera, die mutwillig gesetzten Jump Cuts, die regelmäßigen Unschärfen vermitteln
den massiven Eindruck von Authentizität - mitten im Brennpunkt, bei eskalierender Gewalt, zwischen Terroranschlägen und
Vergeltungsakten, Folter und Panik. Trotz seiner Unmittelbarkeit und aufrührerischen Leidenschaft ein erstaunlich ausbalancierter
Film - weder die Franzosen noch die algerischen Bombenleger werden als Schurken gezeichnet - und aktuell genug,
um 2003 im Pentagon (in durchaus fragwürdigem Kontext) als beispielhaftes Werk aufgeführt zu werden: wie man eine
Schlacht gegen den Terrorismus gewinnt und den Krieg der Ideen verliert. (C.H.)

