Ivanovo detstvo (Iwans Kindheit) (1962)
Regie: Andrej Tarkovskij, Drehbuch: Vladimir Bogomolov, Michail Papava nach einer Erzählung von Bogomolov; Kamera: Vadim Jusov;
Musik: Vjačeslav Ovčinnikov; Darsteller: Nikolaj Burljaev, Valentin Zubkov, Evgenij arikov. s/w, 95 min
Szenen einer abgekürzten, dann abgebrochenen Kindheit zur Zeit des Großen Vaterländischen Krieges: Ivans Eltern werden von
deutschen Soldaten ermordet, der Bub kann entkommen, will Rache üben an den faschistischen Bestien, wird Partisan, wird sterben.
Am Ende ein Traum, an dessen Ende: ein toter Baum. Das alles wird erzählt als ein Gewebe aus Zeit, als ein langes Warten auf
die nächsten Befehle, Einsätze, Opfer. Ein klassisches Debüt-Sujet für einen sowjetischen Filmemacher, charakterisiert durch
den Humanismus des Tauwetter-Kinos. In all dem aber schon ein Werk, das allein Tarkovskij zu schaffen gegeben war: ein verhaltenes
Beobachten der Zeit, ihres Verrinnens in den Wandlungen der wahrnehmbaren Welt. Und darin: ein Versuch über den Krieg als
religiöse Erfahrung, wenn die Wehrmacht mit den vier Reitern der Apokalypse gleichgesetzt oder ein Flugzeugwrack zum Kreuz-Symbol
wird. (R.H.)
Eröffnung mit Nikolaj Burljaev, Vadim Jusov, Margarita Terechova und Jurij Nazarov am 5. 3.

