Nostalgija (Nostalghia) (1983)
Regie: Andrej Tarkovskij; Drehbuch: Tarkovskij, Tonino Guerra; Kamera: Giuseppe Lanci; Musik: Claude Debussy, Giuseppe Verdi,
Richard Wagner; Darsteller: Oleg Jankovskij, Erland Josephson, Domiziana Giordano. Farbe und s/w, 125 min
Andrej Gorčakov reist nach Italien, einer Recherche halber: er will mehr wissen über das Leben von Maksim Berezovskij, einem Komponisten
des 18. Jahrhunderts, der dort lebte und arbeitete und sich das Leben nahm, als er heim kehrte nach Russland. Seine Wanderungen
machen Andrej mehr und mehr zu einem Pilger, der die Landschaften seiner Seele durchquert - weil er die Welt selbst nicht
mehr wahrnehmen will, bleibt ihm scheinbar nur noch der Blick nach innen. Nostalghia, das vielleicht erratischste und elliptischste, sicherlich obsessiv-monomanischste aller Werke Andrej Tarkovskijs, gilt vielen
als die Apotheose seines Schaffens, vermeint man doch in Gorčakov ein Selbstporträt des Regisseurs als Exilant zu sehen. Dabei ist Gorčakov eher die Inkarnation aller Selbstzweifel wie Sorgen Tarkovskijs, vor allem aber: der Angst, keinen Sinn mehr zu finden
in der Welt, ein Geworfener zu sein, dem nichts bleibt als die Verlassenheit der eigenen Geschichte. (R.H.)

