Offret (Opfer) (1986)
Regie, Drehbuch: Andrej Tarkovskij; Kamera: Sven Nykvist; Musik: Johann Sebastian Bach, schwedische und japanische Volksmusik;
Darsteller: Erland Josephson, Susan Fleetwood, Tommy Kjellqvist, Valérie Mairesse, Allan Edwall. Farbe, 149 min
Alexander hat Geburtstag, Gäste werden erwartet, das Haus am Meer ist erfüllt von Vorbereitungen fürs Fest. Am Abend, als
man beisammen ist, verdunkelt sich mit einem Mal die Welt, aus dem Radio erklingen Stimmen, einzelne Worte, Satzfetzen. Ordnung ... Organisation ... es gibt keinen Ort in Europa ... sicher ... lassen sich gerade noch identifizieren. In der Nacht legt Alexander ein Gelübde vor Gott ab: Wenn am kommenden Morgen alles
wieder so ist wie früher, dann will er alles aufgeben, was ihm lieb ist, das Sprechen eingeschlossen. Und Gott scheint ihn
erhört zu haben; so bringt er sein Opfer. Da fragt ihn sein Sohn, der nach einer Operation stumm geblieben ist, warum am Anfang
das Wort war. Tarkovskijs vielleicht kryptischstes, vielleicht schlichtestes Werk, sein letztes - und das einzige, das er
bar aller Bezüge zu Russland realisierte, im Sterben. Ein Werk allein des Sehens, Hörens, der Referenzen und Interferenzen.
(R.H.)

