LAffaire Marcorelle (2000)
Regie, Drehbuch: Serge Le Péron; Kamera: Ivan Kozelka; Musik: Antoine Duhamel; Darsteller: Jean-Pierre Léaud, Irène Jacob,
Dominique Reymond, Mathieu Amalric, Philippe Khorsand. Farbe, 94 min
Recht geheuer ist er seinen Mitarbeitern nicht, der Staatsanwalt und einstige Barrikaden-Linksaußen François Marcorelle. Schwer
melancholisch geht er seinem Tagwerk nach, nachts plagt ihn ein merkwürdiger Alb, in dem er sich wegen Mordes in einem Kino
verantworten muss. Eines Abends ergibt sich dann auch das erträumte Verbrechen. Marcorelles Kollege, der Karriere-Opportunist
Fourcade freut sich darüber, er würde Marcorelle wegen allem anklagen, während sich die anderen vor allem Sorgen um den Ruf der Institution machen. Daneben gibt es noch folgendes Problem:
Der Polizei ist von dem Mord, dessen sich Marcorelle bezichtigt, nichts bekannt ... Ein echter polar-Stern im jüngeren Kino Frankreichs: Selbstbewußt und selbstironisch wird hier mit den Regeln und Fallstricken des (Polit-)Thrillers -
im Kino wie in der Literatur - gespielt, und dabei gelassen die linke Geschichte des Landes umgepflügt. Ein unbedingt
zu entdeckendes Stück Genre-Schönheit! (R.H.)
Publikumsgespräch mit Serge Le Péron

