Jew Süss

Jew Süss (1934)

Regie: Lothar Mendes; Drehbuch: A. R. Rawlinson, Dorothy Farnum nach dem Roman von Lion Feuchtwanger; Kamera: Roy Kellino, Bernard Knowles, Günther Krampf; Ausstattung: Alfred Junge; Darsteller: Conrad Veidt, Benita Hume, Frank Vosper, Cedric Hardwicke, Paul Graetz. s/w, 105 min

Im Gegensatz zum berüchtigten, von Goebbels als „deutsche Antwort“ in Auftrag gegebenen NS-Propagandafilm Jud Süß (1940) ist die philosemitische britische Produktion Jew Süss tatsächlich eine Adaption von Feuchtwangers historischem Tatsachenroman. Mit der Wahl einer Geschichte aus dem 18. Jahrhundert, in der sich der aktuelle Antisemitismus der Nationalsozialisten spiegelte, wollte Produzent Michael Balcon auch die politische Zensur umgehen. Conrad Veidt liefert eine außerordentliche Interpretation der Titelrolle: Joseph „Jud Süß“ Oppenheimer, der sich in Württemberg aus dem Ghetto zum Finanzrat des despotischen Herrschers hocharbeitet, um aus der Machtpostion heraus die Lage der Juden zu verbessern, aber nach einem Übergriff seines Gebieters ­selbst­zerstörerische Rache nimmt. (C.H.)

Am 21.5. Filmeinführung und Buchpräsentation von Manfred Mittermayer & Patric Blaser, die gemeinsam mit Andrea B. Braidt und Deborah Holmes den neuen Band "Ikonen Helden Außenseiter. Film und Biographie" in der Reihe Zsolnay/Kino herausgegeben haben.

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