Tigre reale

Tigre reale (1916)

Regie: Piero Fosco (i.e. Giovanni Pastrone); Drehbuch: Giovanni Verga, nach seinem gleichnamigen Roman; Kamera: Giovanni Tomatis, Segundo de Chomón; Darsteller: Pina Menichelli, Alberto Nepoti, Febo Mari, Valentina Frascaroli, Gabriel Moreau. Farbkopie, 78 min. Ital. ZTmdU

Ein Exzess an Eifersucht bildet den Motor dieses Melodramas mit der betörenden Pina Menichelli (der bestbezahlten Schauspielerin im Italien ihrer Zeit) in der Hauptrolle. Sie „spielt“, nein, sie ist eine russische Gräfin, deren Liebhaber, ein Revolutionär, von ihrem rasend eifersüchtigen Gatten in die Verbannung und - auf Umwegen - schließlich in den Tod geschickt wird. Aufgelöst in unerträglicher Verzweiflung (und dann sind da noch diese bärtigen Männer!) sinkt sie in neuerliche Liebesabenteuer. Am Ende steht ein alles verzehrendes Feuer. Leidenschaft ist hier das einzige Terrain, das bespielt werden kann, um dem Freiheitswunsch der Frauen mit allem Ausdruck Stimme und Bild zu verleihen. Oder ist die Freiheit in der Liebe etwa die Sehnsucht, die jede Emanzipation überhaupt erst erstrebenswert macht? (K.W.)

Mit Dank an das Museo Nazionale del Cinema Torino

Spieltermine: