Kolybel'naja (Wiegenlied)

Kolybel'naja (Wiegenlied) (1937)

Konzept, Realisation: Dziga Vertov; Co-Regie: Elizaveta Svilova; Kamera: D. Surenskij, Kameraleute von Sojuzkinochronika; Musik: D.&D. Pokass. s/w, 58 min, Russ. OmdU
 
Nicht weniges an Vertovs Werk ist verschollen, verloren oder vernichtet. Während er in der ersten Phase nach der Oktoberrevolution seine Ideen noch ohne Kompromisse verwirklichen kann, gerät Vertov spätestens seit 1934 mit dem Wunschdenken der Partei in Konflikt. Kolybel'naja entsteht unter Schwierigkeiten und muss während der Dreharbeit den so genannt herrschenden Tendenzen "angepasst", sprich umgeformt werden. Der Film galt als vermisst und war lange Zeit nur fragmentarisch freigegeben. Auf volkstümlichem Liedermaterial basierend, entwickelt er ein polyphones Bild der Frau im sowjetischen Vielvölkerstaat. Kolybel'naja ist eine Hommage an die Emanzipation in der Vertov-Sprache konkurrierender Bilder und Töne. Vieles an Kolybel'naja stellt ungebrochen die Meisterschaft des Regisseurs von Ėntuziazm unter Beweis. (H.T.)
 
Einführung am 4. Mai: Barbara Wurm