Kinonedelja 1919, das Sowjet-Hirn und der 1. Mai

Kinonedelja Nr. 31-35 (1919)
Regie: Dziga Vertov. s/w, gesamt ca. 45 min, Russ. OmdU
Mozg Sovetskoj Rossii (Das Gehirn Sowjetrusslands) (1919)
Regie: Dziga Vertov. s/w, ca. 17 min, Russ. OmdU
Pervoe maja v Moskve (Der 1. Mai in Moskau) (1923)
Regie: Dziga Vertov. s/w, ca. 18 min, Russ. OmdU
 
In den Kinonedelja-Ausgaben vom Jänner und Februar 1919 dokumentiert Vertov, wie der massive Schneefall alles Leben und auch die Rote Armee deutlich einschränkt; wie ein Front-Kommandant nach dem anderen zu Grabe getragen wird; oder wie die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht eine Protestaktion in Kiev auslöst: Die Demonstranten scheinen bereit, sofort in Deutschland einzufallen - Mozg Sovetskoj Rossii zeigt die Mitglieder der ersten Sowjet-Regierung und ihr neues Hauptquartier, den Moskauer Kreml. Lenin ließ den Film ins Ausland schicken, damit die Welt ein „Who is Who“ des Kreml erhalten möge. Der 1. Mai [1923] in Moskau zeigt Trotzki bei der Militärparade (Lenin war bereits bettlägrig), den Roten Platz mit tausend Flaggen (darunter ein antifaschistisches Banner) und vor allem: Flugzeuge, die absoluten Kultobjekte des Jahres. Majakovskij schrieb Gedichte über „fliegende Proletarier“, Rodčenko gestaltete Bücher und Logos für und über die Luftfahrt, und Vertov stand ihnen nicht nach. (Yuri Tsivian)
 
Einführung: Aleksandr Derjabin

Spieltermine: