Odinnadcatyj (Das elfte Jahr)

Odinnadcatyj (Das elfte Jahr) (1928)

Konzept, Realisation: Dziga Vertov; Assistenz: Elizaveta Svilova; Kamera: Michail Kaufman. s/w, ca. 58 min, Russ. OmdU
 
Odinnadcatyj, ein Film über „Wiederaufbau und Elektrifizierung“, voll von experimenteller Poesie. Herzblut aller Filme Vertovs ist die Montage: „Die Elemente der Bewegungskunst sind die Intervalle und keinesfalls die Bewegung selbst.“ Mit Montage-Intervallen ersetzt Vertov Story, Inszenierung und Darsteller, filtert das „geometrische Extrakt der Bewegung“, verknüpft Räume und Zeiten nach völlig freiem Belieben und gelangt von der „bloßen Widerspiegelung“ zur „Organisation des Lebens selbst“. Montage ist ihm Mittel zur Analyse, zum Kommentar, zur Kritik, zur phantastischen Synthese, die aus Ähnlichkeiten oder Widersprüchen neue Bild-Gedanken entstehen lässt: sie erschafft Reime, Metaphern und komplizierte Rhythmen. Darüber hinaus arbeitet Vertov mit geraffter und gedehnter Zeit, Rücklaufverfahren, Doppelbelichtungen, Standfotos und Zwischentiteln, deren Typographie an Worteinschübe aus futuristischen Photomontagen erinnert. (H.T.)
 
Einführung am 6. Mai: Barbara Wurm und Aleksandr Derjabin