Kinopravda Nr. 6

Kinopravda Nr. 1-9 (1922)

Regie, Konzept: Dziga Vertov. s/w, gesamt ca. 93 min, Russ. OmdU
 
Die rare Präsentation der fast komplett erhaltenen Kinopravda- Serie in vier Programmen ist ein besonderer Augenblick in der Geschichte des Filmmuseums. Nach dem Festival von Sacile (2004), wo Kurator Yuri Tsivian die Wirksamkeit eines solchen Marathons bravourös unter Beweis gestellt hat, ist dies erst die 2. Gelegenheit, Vertovs Arbeit an der „Kino-Wahrheit“ in ihrer gesamten und unglaublich rasanten Entwicklung zu erleben. Wie im Zeitraffer lässt sich anhand dieser Filme die Explosion der sowjetischen Avantgarde 1922 studieren: Schon in den ersten Ausgaben der Kinopravda regt sich der Experimentator Vertov, in Nr. 3 bringt er sich selbst (und seinen Bruder Michail Kaufman, den „Mann mit der Kamera“) ins Bild, ab Nr. 5 werden die Filme selbstreflexiver, in Nr. 9 (u.a. über den Auftakt zur Moskauer Pferderennsaison und über das rasende Wanderkino) hat er bereits jenes aberwitzige Tempo und den Rhythmus erobert, der bis heute mit seinem Namen verbunden ist.
 
Einführung: Yuri Tsivian

Spieltermine: