Raging Bull

Raging Bull (1980)

Regie: Martin Scorsese; Drehbuch: Paul Schrader, Mardik Martin nach Raging Bull von Jake La Motta; Kamera: Michael Chapman; Schnitt: Thelma Schoonmaker; Darsteller: Robert De Niro, Cathy Moriarty, Joe Pesci, Frank Vincent, Martin Scorsese, Mardik Martin. s/w mit Farbsequenzen, 128 min
 
Martin Scorsese: „Es ging nicht ums Boxen. Ich mag Boxen nicht!“ Dennoch, vielleicht deshalb, ist Raging Bull die aufreibendste, hoffnungsloseste Talfahrt des Boxerkinos. Jake La Motta (dessen Auto­biografie Scorsese in Schwarzweißbildern und labyrinthisch im Nichts verlaufenden Dialogen erzählt - vom aggressiven Champ zum fettgefressenen Wrack) ist ein Mann, den die Bronx nie losgelassen hat. In grausamer wie grausiger Verstörtheit drischt er auf die Wirklichkeit ein, weil er nicht zu sprechen, hören, leben und lieben gelernt hat. Jede Szene in Raging Bull steht an der Kippe, in verbale, psychische oder handfeste Schlächterei umzuschlagen. Die wenigen Kampfsequenzen verschaffen keine Erleichterung. Sie sind Gemetzel mit Blutfontänen und zerplatzendem Fleisch, öde Fortsetzung öden Lebens. Wie jeder Film Scorseses handelt Raging Bull von Amerikas schlummernder, jederzeit erweckbarer Gewalt. Und von vergeblicher Hoffnung auf Erlösung. (H. T.)

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