Nosferatu, eine Symphonie des Grauens (1922)
Regie: Friedrich Wilhelm Murnau; Drehbuch: Henrik Galeen nach Dracula von Bram Stoker; Kamera: Fritz Arno Wagner; Darsteller: Max Schreck, Alexander Granach, Gustav von Wangenheim, Greta Schröder.
Farbe, ca. 96 min Restaurierte Fassung
Eines der großen phantastischen Werke der Filmgeschichte. Obgleich zahlreiche spätere Horrorfilme äußerlich auf Verwandtschaft
pochen dürfen, ist Nosferatu ein poetischer Kontinent sui generis, ausgestattet mit einer eigenen (und ungemein reichen) Ikonografie. Die realen Drehorte in Rostock, Wismar, Lübeck, den Karpaten,
im düsteren Schloss Zamak scheinen Visionen entwachsen zu sein. Nosferatu (eine Symphonie des Grauens, wie der weitere Titel vielsagend lautet) ist durchherrscht von Verwandlung, der
magischen Macht des Mediums. Die Dinge der Natur tragen halluzinatorische Züge, das Vertraute ist einbehalten in einer schattenvibrierenden
Aura des Unheimlichen - so als würde sich ein romantisches Gemälde Moritz von Schwinds in eine Nachtmahr verwandelt haben,
aus der kein Erwachen winkt. Die Wirklichkeit, überschwemmt vom Traum, wie Béla Balázs es trefflich formuliert
hat. (H.T.)
Mit Dank an Cineteca di Bologna
Am Klavier Gerhard Gruber (5.3.)

