Der Totmacher

Der Totmacher (1995)

Regie: Romuald Karmakar; Drehbuch: Karmakar, Michael Farin, basierend auf den Protokollen und Gutachten der gerichtspsychiatrischen Untersuchung Fritz Haarmanns durch Prof. Ernst Schultze; Kamera: Fred Schuler; Darsteller: Götz George, Jürgen Hentsch, Hans-Michael Rehberg, Marek Harloff, Romuald Karmakar. Farbe, 115 min
 
Karmakars aufsehenerregendes Spielfilmdebüt und sein einziges Werk, das - nicht zuletzt dank Götz-George-Starpräsenz und Serien­killer-Zeitgeist-Chic - im deutschen Mainstream gebührend abgefeiert wurde. In seiner Reduktion aufs Wesentliche als kunstvoll komponiertes Kammerspiel ist Der Totmacher zugleich ein Manifest des Karmakar-Kinos: ein genuin filmisches Ereignis im ästhe­tischen Krisengebiet des (damaligen) deutschen Kinos. Wie so oft bei Romuald Karmakar bildet ein historischer Text die Ausgangs­basis: die Vernehmungsprotokolle des als „Vampir von Hannover” berüchtigten Mörders Fritz Haarmann, umgeformt zum ­unglaub­lichen Drama einer Annäherung. Der psychiatrische Gutachter Prof. Ernst Schultze, der diese Vernehmungen im Jahr 1924 durchführte, wird zur heimlichen Hauptfigur. Nebenbei ist Der Totmacher eine idiosynkratische, hellsichtige Passage durch Dunkelzonen der deutschen Filmgeschichte - beginnend beim Titel, der sich Peter Lorres tiefempfundenen Nachkriegsmeisterwerk Der Verlorene verdankt. (C.H.)

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