Manila

Manila (2000)

Regie: Romuald Karmakar; Drehbuch: Karmakar, Bodo Kirchhoff; Kamera: Fred Schuler; Darsteller: Margit Carstensen, Martin Semmelrogge, Manfred Zapatka, Jürgen Vogel, Elizabeth McGovern, Michael Degen, Sky Dumont, Eddi Arent. Farbe, 115 min
 
Deutsche Touristen, gestrandet am Flughafen von Manila: eine ­Tragikomödie. Ein Ensemblestück mit hochverdichteten Charakteren, quer durch die Schichten und Geschichte(n) einer Nation schneidend. Schillernde Choreografien unauflösbarer Widersprüche, binnen Sekundenbruchteilen von der Satire ins Trauerspiel rasend und zurück, von der Verzweiflungstat zur unheimlichen Pointe. Mittendrin, zur Beruhigung der Festsitzenden, eine bizarre Entertainment-Einlage: Applaus für Edgar-Wallace-Filmstar Eddi Arent, wie aus dem kollektiven Unbewussten gehoben. Traumata und Hoffnungen verbeißen sich ineinander: immer wieder Sex und Tod und Wunden, und dazwischen die Gnade der menschlichen Nähe. Ein Sextourist, der stolz seine Urlaubsfotos zeigt, findet beim Tanz mit der philippinischen Putzfrau selbstvergessenes Glück. Als Finale: ein musikalisches Inferno. Zur Melodie des Gefangenenchors von Nabucco repetiert man die Zeile „Polizeistunde kennen wir nicht!“ und setzt zur ekstatisch-entsetzlichen Polonaise an. Ein Meisterwerk. (C.H.)
 
Publikumsgespräch mit Romuald Karmakar und Manfred Zapatka am 21.3.
 

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