Das Frankfurter Kreuz

Das Frankfurter Kreuz (1998)

Regie: Romuald Karmakar; Drehbuch: Karmakar, Michael Farin nach dem Hörspiel Für eine Mark und acht von Jörg Fauser; Kamera: Fred Schuler; Darsteller: Manfred Zapatka, Michael Degen, Kajsa Reingardt, Birol Ünel, Hans-Michael Rehberg. Farbe, 58 min
 
Erster Auftritt von St. Zapatka, dem Säulenheiligen des Karmakar-Ensembles: als Stammgast, der den Silvesterabend 1999 fernab des Millenniumgetöses im Nachtkiosk mit Ausschank verbringt. Im Radio läuft „In Zaire“ oder Ray Kanes „La Paloma“, mit alten Bekannten und Zufallspassanten wird bei Alkohol in hessischem ­Dialekt philosophiert: darüber, dass man sich umbringen will, über Fußball, das entlaufene Affenweibchen „Queen of Sheba” oder die generell marode Lage. Die beschwingte Melancholie spitzt sich zu: Flirts, Streit, am Ende ein magischer Tanz - und Sperrstunde. Eine wunderbare Filmnovelle nach Jörg Fauser, zugleich ein antipodischer Vorläufer von Manila: Porträt von Deutschen auf engstem Raum, zwischen Revierkämpfen, Ängsten und Liebesträumen. Ein unwirklicher Blick durchs Kioskfenster fällt auf eine Straßenbahn, in der zu den Klängen von „The Lion Sleeps Tonight” gefeiert wird. Ein anderer Moment, zum Schreien komisch: Jean Rouchs Les Maîtres fous läuft im Kneipenfernsehen - und alle Gäste schauen hin. (C.H.)
 
In Anwesenheit von Romuald Karmakar und Manfred Zapatka am 22. 3.

Spieltermine: