Die Nacht singt ihre Lieder

Die Nacht singt ihre Lieder (2004)

Regie: Romuald Karmakar; Drehbuch: Karmakar, Martin Rosefeldt nach dem Theaterstück von Jon Fosse; Kamera: Fred Schuler; Darsteller: Frank Giering, Anne Ratte-Polle, Sebastian Schipper, Manfred Zapatka, Marthe Keller, Captain Comatose. Farbe, 95 min
 
Ein klaustrophobisches Kammerspiel über die Beziehungshölle, die Verzweiflung der Unentschlossenheit und die furchtbare Poesie der gestörten Kommunikation, formvollendet lyrisch arrangiert und mit makelloser Präzision gespielt. Ein Paar in der Krise: Er ist erfolg­loser Schriftsteller und zieht sich zunehmend zurück, sie fühlt sich in der gemeinsamen Wohnung eingesperrt. Ein Besuch seiner Eltern, zwecks Anschauung des neugeborenen Enkels, verschärft die ­Situation. Die junge Frau geht aus und kommt lange nicht heim. Sprache als Musik - und als Gefängnis: Die Sätze verlieren sich kunstvoll im bewusst artifiziellen Klang, die Bedeutung entleert sich. Zur Erforschung der Seelen bieten Karmarkar und Fred Schuler überdies eine eisig-geschärfte Bildraumgestaltung auf: In der Platzierung der Figuren zueinander und zum Dekor verdichten sich ganze Romane zum Haiku. (C.H.)
 
In Anwesenheit von Romuald Karmakar

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