Land der Vernichtung

Land der Vernichtung (2004)

Ein Film von Romuald Karmakar. Farbe, 140 min
 
Ein epischer Essay über Erinnerung und ihre „Blockaden“, entstan­den eher zufällig, bei der Materialsichtung nach einer Recherchereise in Polen. Bevor sie sich zu einem eigenen Film fügten, galten diese Aufnahmen der Vorbereitung zu einem (noch immer unrealisierten) Spielfilmprojekt: Ich habe mich, und das war mir möglich, bemüht, nur Kinder zu erschießen berichtet über die Beteiligung des Hamburger Reserve-Polizeibataillons 101 an der „Aktion Reinhardt“, bei der mehr als zwei Millionen Juden ermordet wurden. Wie umgehen mit dem Zahlenwahnsinn bei einem Völkermord? Die 15minütige Eröffnungseinstellung von Land der Vernichtung ­thema­tisiert dies auf ihre Weise: Karmakar schreitet immer schwerer ­atmend den Stacheldrahtzaun einer Längsseite des Konzentrations­lagers Majdanek ab und zählt dazu seine Schritte. Zahlen, am schwan­kenden Filmemacherleib erfahren und als Kino materialisiert. Die darauf folgende Serie von Konfrontationen ergibt die Antithese zum prosperierenden Nazi-Edutainment im deutschen Fernsehen. Eben­dort wurde Karmakars Film nur zensuriert ausgestrahlt. (C.H.)

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