Hotte im Paradies (© BR/zoom Medienfabrik/Anja Grabert)

Hotte im Paradies (2002)

Regie: Dominik Graf; Drehbuch: Rolf Basedow; Kamera: Hanno Lentz; Musik: Florian van Volxem, Sven Rossenbach; Darsteller: Mišel Matičević, Nadeshda Brennicke, Birge Schade, Stefanie Stappenbeck, Isabell Gerschke, Dirk Borchardt. Video, Farbe, 118 min
 
„Es ist harte Arbeit, ein leichtes Leben zu führen.“ Da zeigt sich gleich: Hotte weiß, worum’s geht. Er hat sich das Milieu ja auch ­lange genug von den Rändern her angeschaut, konnte sich bewähren, bekommt jetzt endlich ein paar Frauen an die Hand, um die er sich kümmern muss: lieb zu ihnen sein, sie bei Bedarf bumsen, ab und zu auch mal bös gucken – so im Großen und Ganzen halt den Besorger-Versorger mit Schwanz, Hirn, Faust und Herz machen. Hotte ist dabei eigentlich ein eher sensibler Typ, der bei allem ­Kalkül – und seine Welt besteht nur aus Kalkül – seine Damen wirklich liebt, irgendwie, so wie sie ihn lieben, irgendwie. Dieses Irgendwie, diese ganz offene wie unausgesprochene Vereinbarung, die da alle miteinander haben: dass sie sich gegenseitig so oder so ficken werden, führt zu einer rührenden, ekligen, schönen, desorientierenden Art von Aufrichtigkeit. Ein toller Film über das Hehre im Profanstmöglichen. Darauf Fläschchen, wie Hotte sagen würde. (O.M.)
 
Die Digibeta entstammt dem Zeughauskino im Deutschen Historischen Museum, Berlin

Spieltermine: