Der Bräutigam, die Komödiantin und der Zuhälter

Der Bräutigam, die Komödiantin und der Zuhälter (1968)

Regie, Drehbuch: Jean-Marie Straub, Danièle Huillet nach Ferdinand Bruckner und Juan de la Cruz; Kamera: Klaus Schilling, Hubs Hagen; Musik: J.S. Bach; Darsteller: Lilith Ungerer, R.W. Fassbinder, Peer Raben, Irm Hermann. s/w, 23 min, Dt. OF

Von heute auf morgen (1996)

Regie, Drehbuch: Danièle Huillet, Jean-Marie Straub nach Arnold Schönberg und Max Blonda; Kamera: William Lubtchansky, Irina Lubtchansky, Marion Befve; Darsteller: Richard Salter, Christine Whittlesey, Annabelle Hahn, Claudia Barainsky. s/w, 62 min, Dt. OF
 
Zwei der bestechendsten Filme von Straub/Huillet. Zuerst ein beißender, heterogener Kurzfilm über Gesellschaft und Prostitution, bestehend aus einer langen Kamerafahrt entlang des Münchner Autostrichs, einem gerafften Theaterstück, einer Verfolgungs-jagd, einer Hochzeit, einem Todesschuss und einer Bach-Kantate. Danach ein zweiter (komischer) Opernfilm nach Schönberg (und dem unter dem Pseudonym „Max Blonda“ verfassten Libretto seiner Frau): Das Orchester stimmt sich ein auf die fordernde Direkttonaufnahme, und ein Graffiti fragt programmatisch: „Wo liegt euer Lächeln begraben?“ Dann, auf der Bühne, eine Ehekrise: Der Mann hat ein Auge auf eine neue Bekanntschaft geworfen, die Frau revanchiert sich und lehrt ihn, der „Erscheinung, die sich modisch gibt“, zu misstrauen. Die Klarheit von Straub/Huillet findet hier dank der wundersamen Diskrepanz zwischen komplizierten Tonfolgen und der Leichtigkeit des Sprachwitzes eine heitere Ausprägung. (C.H.)