Kohi jiko / Café Lumière

Kōhī jikō / Café Lumière (2003)

Regie: Hou Hsiao-hsien; Drehbuch: Chu Tien-wen; Kamera: Mark Lee; Musik: Jiang Wen-ye; Darsteller: Hitoto Yo, Asano Tadanobu, Hagiwara Masato, Yo Kimiko, Kobayashi Nenji. 35mm, Farbe, 103 min

  
Der Komponist Jiang Wen-ye gehört zu den umstritteneren Gestalten der chinesischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Geboren 1910 im annektierten Taiwan, war Jiang, formal gesehen, Japaner, wenn auch chinesischer Herkunft. Während der 1930er Jahre erlangte er eine gewisse Berühmtheit in Japan. 1938 erhielt er eine Professur in Beijing, wo er das Ende des Fünfzehnjährigen Krieges erlebte und auch nach der Ausrufung der Volksrepublik China blieb. Ob seiner Geburt wie der modernistischen Tendenzen seiner Kunst galt er als verdächtig. Dieses Leben zwischen den Kulturen und Systemen, als Spielball der Geschichte, erforscht in Café Lumière die Japanerin Yōko, im Handlungshintergrund. Worum es vorne geht, ist eine Hommage an Ozu Yasujirō (an dessen 100. Geburtstag der Film uraufgeführt wurde), und darin um die Idee eines panasiatischen Gesamten, einer Utopie kultureller Zusammengehörigkeit über Grenzen und nationale Idiosynkrasien hinweg – wider die Geschichte, wider deren Exempel. (R.H.)

Spieltermine:

Sa 07.06.2014 19:00
(Japan./Engl. OmeU)
Mi 18.06.2014 21:00
(Japan./Engl. OmeU)