Alltag in einem syrischen Dorf, 1974, Omar Amiralay (Foto: Arsenal - Institut für Film und Videokunst e.V.)

Al-Hayāt al-yawmiya fī Qariya souriya (Alltag in einem syrischen Dorf) (1974)

Ein Film von Omar Amiralay; Drehbuch: Sadala Wannous; Kamera: Hazem Baya'a, Abdo Hamzé. 35mm, s/w, 93 min

 
Wie der Bau eines Staudamms war die Agrarreform ein typisches Unterfangen für autokratische Systeme gleich welcher Couleur – Großgrundbesitzer werden entmachtet, Ländereien neu verteilt, Projekte für die bessere Nutzung des Bodens entwickelt. So auch in Syrien. Alltag in einem syrischen Dorf, Amiralays wohl berühmtester Film, zeigt, dass zwischen der offiziellen Darstellung der Dinge und dem, was man vor Ort zu sehen und zu hören bekommt, doch eine recht gewaltige Kluft gähnt ... Wobei sich Amiralay alle Anklagen der frontal-besserwisserischen Art verkneift: Er schafft vor allen Dingen einen Raum, innerhalb dessen sich die Bauern selber zeigen und artikulieren können. Groß ist seine Bewunderung für diese Menschen, deren Ringen mit der Scholle er in wuchtige Bilder wie von Kurosawa gießt. Sie danken es ihm mit einer Offenheit, die fast schmerzt in ihrer einfachen Unbedingtheit. (O.M.)

 
Einführung von Olaf Möller

Spieltermine:

Fr 05.06.2015 19:00
(Arab. Omd/fU)