Emma Mae (Foto: UCLA)

Emma Mae (1976)

Regie, Drehbuch: Jamaa Fanaka; Kamera: Stephen Posey; Musik: H.B. Barnum; Darsteller: Jerri Hayes, Ernest Williams II, Charles D. Brooks III, Malik Carter, Leopoldo Mandeville. 35mm, Farbe, 100 min

 
Als unbeschriebenes Blatt kommt Emma Mae aus der Provinz nach Los Angeles, um bei Verwandten unterzuschlüpfen. Staunend steigt sie aus dem Bus, schnell scheint sie sich in eine urbane Gemeinschaft einzufügen, die schon längst nicht mehr heil, aber an ihrer Oberfläche quicklebendig ist. Emma verliebt sich, und als ihr Freund im Knast sitzt, plant sie, um die Kaution aufzubringen, einen Banküberfall. Emma Mae, bekannter unter dem irreführenden Titel Black Sister’s Revenge, ist Jamaa Fanakas reifster und kompaktester Film; organisch fügt sich aus dokumentarisch anmutenden Straßenszenen und Genre-Standardsituationen ein Brecht’sches, im Kern melancholisches Lehrstück um kollektiven Verrat und individuelle Emanzipation. Unter all den Entdeckungen, die man im Archiv der L.A. Rebellion machen kann, ist Jamaa Fanakas Hauptdarstellerin Jerri Hayes, für die diese desillusionierende éducation sentimentale bis heute die einzige Filmrolle geblieben ist, eine der eindrücklichsten. (L.F.)
 

Einführung von Hannes Brühwiler und Lukas Foerster

 

Courtesy of the UCLA Film & Television Archive

Spieltermine: