Bush Mama (Foto: UCLA)

Bush Mama (1975)

Regie, Drehbuch: Haïle Gerima; Kamera: Charles Burnett, Roderick Young; Musik: Onaje Kareem Kenyatta; Darsteller: Barbara O. Jones, Johnny Weathers, Susan Williams, Cora Lee Day, Simmi Ella Nelson. 16mm, s/w, 97 min

 
Dorothy, eine von der Wohlfahrt lebende afroamerikanische Mutter in South Central Los Angeles, versucht die Tochter aufzuziehen, während ihr Mann unschuldig im Gefängnis sitzt. Ein Film vom Leben im Ghetto, auf verlorenem Posten, zwischen verfallenden Gebäuden, gesäumt von Schlangen von Arbeitslosen und Polizeigewalt, die so unvermittelt hereinbricht, wie der Film die Tonlagen wechselt: zwischen dokumentarischer Unmittelbarkeit und surrealen Passagen, in denen Fluchtfantasien und schwarzer Selbsthass expressiven Ausdruck finden. Kino als Bewusstseinsstrom, black and angry and soulful, die Bilanz eines Lebensgefühls, als wäre man „im besetzten Gebiet“ (Thom Andersen). Haïle Gerimas außerordentliche Abschlussarbeit an der UCLA gehört wie die Filme seiner Studienkollegen Charles Burnett und Billy Woodberry zu einer bedeutenden und lange übersehenen, neorealistisch inspirierten Bewegung, die das wirkliche Leben in Watts in Bilder zu fassen suchte. (C.H.)

 
Einführung von Hannes Brühwiler und Lukas Foerster

 

Courtesy of the UCLA Film & Television Archive

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