Critique de la séparation (Kritik der Trennung)

Alice Debord & Olivier Assayas über Debords Kino

Sur le passage de quelques personnes à travers une assez courte unité de temps (Über den Durchgang einiger Personen durch eine relativ kurze Zeiteinheit) (1959) von Guy Debord; Kamera: André Mrugalski; Musik: G.F. Händel, Michel-Richard Delalande; Stimmen: Jean Harnois, Guy Debord, Claude Brabant. 35mm, s/w, 20 min

 
Critique de la séparation (Kritik der Trennung) (1961) von Guy Debord; Kamera: André Mrugalski; Musik: François Couperin, Bodin de Boismortier; Stimmen: Guy Debord, Caroline Rittener. 35mm, s/w, 18 min

 
Am Beginn von Sur le passage ..., Guy Debords filmischer Elegie über die Geburt des Situationismus, steht „Paris 1952“ und die Beschwörung der „Wichtigkeit einer Welt ohne Wichtigkeit. Niemand zählte auf die Zukunft. Nie gab es größere Freiheit“. Am Ende ein Werbefilm-Zitat, in dem sich Anna Karina dem Schaumbad hingibt – kurz vor ihrer Inthronisierung im Reich von Jean-Luc Godard. Aus Sicht der Situationisten spielten Godard und die Nouvelle Vague die systemstabilisierende Rolle, „die der Club Méditerranée in der ­Organisation der Freizeit einnimmt“ (Werner Rappl). Debord selber stand lieber an der Flipper-Maschine und führte ein „Tilt“ herbei – damit der ganze Apparat, das Kinopublikum, die Kinoherrschenden und der Film, den wir gerade sehen, erschüttert und über sich selbst aufgeklärt werde. Critique de la séparation ist der erste Höhe­punkt auf dem Pfad dieser Utopie. (A.H.)
 

Podiumsgespräch in englischer Sprache mit Alice Debord und Olivier Assayas im Anschluss an die Vorführung der beiden Filme

Spieltermine:

Fr 29.01.2016 20:15
(Frz. OmdU)