Réfutation ...

Hurlements en faveur de Sade (Geheul für de Sade) (1952)

Ein Film von Guy Debord; Stimmen: Gil J. Wolman, Guy Debord, Serge Berna, Barbara Rosenthal, Isidore Isou. 35mm, s/w, 72 min

Réfutation de tous les jugements, tant élogieux qu’hostiles, qui ont été jusqu’ici portés sur le film „La société du spectacle“  (1975)

(Widerlegung aller sowohl ­lobenden als auch feindseligen Urteile, die bislang über den Film „Die Gesellschaft des Spektakels“ abgegeben wurden)

Ein Film von Guy Debord. 35mm, s/w, 22 min

 
Debords erster Film entstand im Kontext der lettristischen Avantgarde in Paris, in unmittelbarer Nachfolge von Isidore Isous Traité de bave et d’éternité (1951) und Gil Wolmans L’Anticoncept (1951/52) – die Stimmen beider sind auch in Hurlements ... präsent. Das Vorab-Skript, publiziert im April 1952, war noch voller ­Bilder: zu Beginn etwa ein militärischer Aufmarsch, eine Eis ­lutschende Frau, eine „Großaufnahme von Guy-Ernest Debord“. Zwei Monate später fand die erste, wegen Publikumsaufruhr abgebrochene Vorführung des realisierten Werks statt, bestehend aus nichts als Schwarz- und Blankfilm und Texten für fünf Stimmen. Das nächste Screening wurde so angekündigt: „Pour un terrorisme ­ciné­matographique“ – und dementsprechende Reaktionen kann man bis heute bei Vorführungen erleben. 23 Jahre später: ­Réfu­tation ..., ein fulminantes Nachwort zu La Société du spectacle. Dessen zeitgenössische Rezeption durch die französischen Polit- und Kinokommentatoren entsprang für Debord einer „unleugbaren Tatsache: dass der Film die exakte Kritik jener Gesellschaft darstellt, die sie nicht zu bekämpfen verstehen, und das erste Beispiel jenes Kinos, das sie nicht zu machen verstehen“. (A.H.)

Spieltermine:

Mo 01.02.2016 18:30
(Frz. OmdU)