Traité de bave et d'éternité (Traktat von Geifer und Ewigkeit)

Traité de bave et d'éternité (Traktat von Geifer und Ewigkeit) (1951)

Ein Film von Isidore Isou; Kamera: Nat Saufer; Musik: Daniel Guarrigue; mit Isidore Isou, Gil J. Wolman, François Dufrêne, Marc‘O, Maurice Lemaître, Jean Cocteau, Jean-Louis Barrault, Daniel Gélin. 35mm, s/w, 123 min

 

Verehrte Zuschauer. Sie sehen einen „diskrepanten“ Film. Reklama­tionen am Ende der Vorstellung sind nicht möglich. Die Direktion. Was heißt „diskrepant“? – Dass Traité de bave et d’éternité ständig so tut, als hätte er die Geschichte eines gewissen Daniel zu erzählen, dabei aber nur vorführt, dass er alles mit Film Mögliche tut, nur nicht das. Die wahre Erzählung dieses Werks ist jene von der Zerstörung aller Konventionen. Lettristen-Papst Isidore Isou macht alles, was man bei Filmen nicht macht: die Emulsion mit Stanley-Messer „zise­lieren“, Bilder auf den Kopf stellen etc. – dies unter Einsatz der angesehensten wie verfemtesten unter den Kunstschaffenden Frankreichs sowie von Materialien schleierhafter Herkunft. Seine endgültige Form fand der Film am 23.5.1951 – und sorgt seither für gute Laune bei allen, die „physische Poesie“ auch in ihrer filmischen ­Variante goutieren. Für den jungen Stan ­Brakhage etwa kam er ­einer „Befreiung“ gleich: a land-sea-air-mark in film history. (R.H.)

Spieltermine:

Mi 10.02.2016 20:30
(Frz. OmdU)