Die Ratten (Fotograf: Bob Klebig)

Die Ratten (1955)

Regie: Robert Siodmak; Drehbuch: Jochen Huth nach dem Theaterstück von Gerhart Hauptmann; Kamera: Göran Strindberg; Musik: Werner Eisbrenner; Darsteller: Maria Schell, Curd Jürgens, Heidemarie Hatheyer, Gustav Knuth, Ilse Steppat. 35mm, s/w, 97 min

Während man zur 1950er/60er-Dekadenwende im angelsächsischen Raum Shakespeare als Noir-Vorlagenlieferant entdeckte, hatte man einige Jahre zuvor, zwischen 1955 und '59, in der BRD (und Österreich) eine Schlüsselfigur des deutschen Naturalismus, Gerhart Hauptmann, durch dasselbe Genreprisma neu betrachtet – und das gründlich: fünf Filme, allesamt von Bedeutung. Den Anfang machte Robert Siodmak mit Die Ratten, einer Aktualisierung der gleichnamigen Tragikomödie (Erstaufführung: 1911) auf bundesdeutsche Verhältnisse, gestaltet als kühne Mischung von expressionistisch zerfetztem Heimat-Noir und anrührend neorealistischem Flüchtlingsdrama, mit einer selten fragilen Maria Schell als schwangerer Polin, Heidemarie Hatheyer als kinderloser Frau, die ihren Traum von der gekauften Mutterschaft zerplatzen sieht, sowie einem verlorenen Curd Jürgens als Mordwilligem. Selten ging's im BRD-Kino auswegloser, verzweifelter zu. (O.M.)

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