Der letzte Zeuge (Fotograf: Michael Marszalek)

Der letzte Zeuge (1960)

Regie: Wolfgang Staudte; Drehbuch: Robert A. Stemmle, Thomas Keck; Kamera: Ekkehard Kyrath; Musik: Werner Eisbrenner; Darsteller: Martin Held, Hanns Lothar, Ellen Schwiers, Jürgen Goslar, Harald Juhnke. 35mm, s/w, 101 min

Der Industrielle Werner Rameil hat mit seiner Geliebten Ingrid Bernhardy ein illegitimes Kind – das nun tot daliegt, erwürgt, mit einem Gürtel. Festgenommen werden die junge Frau und ihr früherer Lebensgefährte, der Arzt Heinz Stephan – während Rameil seine Beziehungen spielen lässt, um mit der Affäre so wenig wie möglich in Verbindung gebracht zu werden: Die BRD-Hautevolee passt aufeinander auf. Ähnlich wie Schicksal aus zweiter Hand ist auch Der letzte Zeuge das Komplementärwerk eines ungleich berühmteren (wenn auch entschieden weniger würdig gealterten) Staudte-Klassikers: Rosen für den Staatsanwalt (1959). Statt Satire gibt's hier Strenge und Schärfe: Der Generationenkrieg tobt zwischen den Jungen, deren Heimat die BRD ist, und den Älteren, deren Wertesystem wie Selbstverständnis in der Nazi-Welt verwurzelt sind. In der unversöhnten Eisigkeit und dem Willen zur Konfrontation ein unbedingt neu zu bewertendes Meisterstück. (O.M.)

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