Dead Ringers (Fotograf: Attila Dory)

Dead Ringers (1988)

Regie: David Cronenberg; Drehbuch: Cronenberg, Norman Snider nach Twins von Bari Wood & Jack Geasland; Kamera: Peter Suschitzky; Musik: Howard Shore; Darsteller: Jeremy Irons, Geneviève Bujold, Heidi von Palleske, Barbara Gordon, Stephen Lack, David Cronenberg. 35mm, Farbe, 115 min

Die Mantle-Brüder sind identische Zwillinge, die alles teilen: Liebschaften, das aquariumartige Apartment, die erfolgreiche Gynäkologenpraxis. Ihr symbiotisches Zusammenleben wird gestört, als sie in den Bannkreis einer promiskuitiven Schauspielerin geraten. Ein klinischer Psychothriller von erstaunlicher Eleganz und Morbidität, basierend auf einer wahren, mysteriösen Geschichte; und eine tour de force für Jeremy Irons, der beiden Hauptfiguren markante psychologische Konturen verleiht (es lässt sich binnen Sekunden feststellen, welchen Zwilling er gerade spielt). Dead Ringers ist Cronenbergs bis dahin zurückhaltendste Erforschung seelischer Deformation. Seine Protagonisten sind "unfertige" Hälften einer fantasierten Über-Person, ihre psychische Trennung zieht den unvermeidlichen geistig-körperlichen Zerfall nach sich. Als Vermächtnis des visionären Zersetzungsprozesses bleiben abgründig glänzende instruments for operating on mutant women zurück. (C.H.)

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