Naked Lunch

Naked Lunch (1991)

Regie, Drehbuch: David Cronenberg nach dem Roman von W.S. Burroughs; Kamera: Peter Suschitzky; Musik: Howard Shore, Ornette Coleman; Darsteller: Peter Weller, Judy Davis, Roy Scheider, Ian Holm, Julian Sands. 35mm, Farbe, 115 min

"I gave up writing when I was ten. Too dangerous." Ein Satz, der charakteristisch für Cronenbergs ambivalente Haltung zur Kunst ist. In seiner Adaption von Naked Lunch porträtiert er den Künstler als willfährigen Gefangenen seiner eigenen Erfindungskraft. Zusammengesetzt aus Burroughs' Klassiker, einigen weiteren Texten und der Biografie des Autors (der neben Nabokov als wichtigster Einfluss in Cronenbergs Kino gelten darf), präsentiert sich diese traumgleiche Abfolge tragikomischer Vignetten als mehrfach codiertes Mysterienspiel über Ekstase und Verweigerung beim artistischen Entstehungsprozess. Ein halluzinogenes Sammelsurium von Projektionen in einer unwirklichen Studiolandschaft, wo sich Schreibmaschinen unter Einfluss von bug powder dust in sprechende Käfer verwandeln oder eine Frau plötzlich ihre Hülle abstreift, um sich darunter als Mann zu erkennen zu geben. Unklassifizierbar und denkwürdig, ist Naked Lunch der komplexeste Cronenbergfilm der 1990er Jahre. (C.H.)

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